HABERLER » Haberler / Duyurular » Einladung zur Buchpräsentation

Einladung zur Buchpräsentation


Ich möchte die Mitglieder unseres Absolventenvereins sowohl hier als besonders auch in Österreich gerne auf eine Veranstaltung in Wien am
Freitag, 16. November 2018, in der Wiener Buchhandlung Herder hinweisen. Wir werden da einen großformatigen Kunstband über die St. Georgs-Kirche in Istanbul, die vom jüngst verstorbenen bekannten Künstler Prof. Anton Lehmden in den 60er-Jahren neu gestaltet wurde, vorstellen.

Neben der Darstellung der künstlerischen Ausgestaltung und somit eines manchmal unerwarteten bedeutenden Zeugnis des Wiener Phantastischen Realismus in Istanbul wird auch ausführlich auf die Geschichte unserer Schule seit der Zeit des Osmanischen Reiches im Umfeld der bedeutenden Entwicklung Galatas seit byzantinischer Zeit eingegangen.

Gerade im Bewusstsein der manchmal schwierigen Beziehung meines Heimatlandes Österreich mit meinem Gastland Türkei war es mir eine große Freude, ein derartiges Buch mitzugestalten, das auch aufzeigen will, dass viele schwarz-weiß Darstellungen nicht der Wirklichkeit entsprechen.

Mit herzlichem Gruß

Franz Kangler CM
Vertreter des Schulerhalters
Österr. St. Georgs-Kolleg Istanbul

Buchvorstellung____________________________________________________________________________________________

Anton Lehmden Phantastischer Realismus am Bosporus

In Darstellungen vieler Institutionen sowohl in der Türkei als auch im englischen Sprachraum wird gerne von „unserer Mission“ und „unserer Vision“ gesprochen. Gleichzeitig muss man auch auf unser Zögern in der Verwendung dieses Wortes hinweisen, weil dabei doch auch noch  Konnotationen früherer religiöser Bestrebungen aufklingen, die in der Türkei zusätzlich noch mit politischen Ansprüchen europäischer Großmächte des  19. Jahrhunderts in Verbindung gebracht wurden. Noch vor wenigen Jahren wurde in türkischen Dokumenten der nationalen Sicherheit der unbestimmte Begriff „Tätigkeit von Missionaren“ als ein für die staatliche Einheit gefährdendes Element aufgezeigt.

Für das St. Georgs-Werk war das deshalb nicht so stark der Fall, weil einfach durch unsere 130 Jahre alte Geschichte die respektvolle, ja freundschaftliche Beziehung zum Gastland sichergestellt war. Wir haben bei allen Umbrüchen dieser Zeiten den kirchlichen Namen St. Georg aber stets hoch gehalten, weil wir aus dieser Sendung heraus die Kraft erhalten haben, in manchmal wenig Hoffnung eröffnenden Entwicklungen immer wieder mit Zuversicht in die Zukunft zu schreiten.

Erst kürzlich haben wir von der Schließung durch die französische Besatzungsmacht 1919 berichtet und die Wiedereröffnung in der türkischen Republik des Kemal Atatürk beschrieben, aber auch auf die schwierigen Zeiten des Deutschen St. Georgs-Kollegs von 1938 bis 1944 angesprochen.

Das alles durfte ich im ersten historischen Teil des Buches kurz zusammenfassend beschreiben und dabei an die profunde Fachkenntnis von Univ. Prof. Dr. Werner Jobst anknüpfen, der in einem einleitenden Teil die reichhaltige Geschichte von Galata wachruft und aufzeigt, welch umfangreiches kirchliches Leben hier schon seit byzantinischer Frühzeit bestand.
Dem durfte ich dann noch die Neueinbindung in ein langsam sich entwickelndes österreichisches Auslandsschulwesen, vor allem aber auch in das sich rasant entwickelnde türkische Schulwesen anschließen.

Bei all diesen Änderungen haben wir uns bemüht, in Schule, Spital und Gemeindearbeit den kirchlichen Gründer und Träger präsent zu halten – unser gemeinsamer Nenner ist einfach St. Georg.

Wir wollten aber nicht vor allem ein Werk der Vergangenheit ehren, sondern bewusst als St. Georgs-Werk in die Zukunft blicken. Einen hervorragenden Ansatz dafür gibt uns die gegenwärtige St. Georgs-Kirche, wie sie die visionär denkenden Superioren Raidl und Oitzinger gemeinsam mit dem damals noch jungen österreichischen Künstler Anton Lehmden völlig neu gestaltet haben.

So ist hier ein bedeutendes Kunstwerk entstanden, das noch heute viele Besucher überrascht, die eine solche Kirche in Istanbul nicht erwarten. Die Kirche von St. Georg ist für Anton Lehmden Ausgangspunkt für ein breit verlaufendes religiöses Schaffen geworden, das auch relativ wenig bekannt ist.

Dieser zweite Hauptteil, der wieder federführend von Werner Jobst gestaltet wurde, widmet sich dem künstlerischen Werk Anton Lehmdens. Statt eines ursprünglich geplanten kleinen Kirchenführers ist nun ein großformatiger hochwertiger Kunstband mit umfangreicher Bilddokumentation aller Werke Anton Lehmdens entstanden.

Dieses Buch im bekannten Wiener Verlag Brandstätter sollte eine Freundesgabe für Anton Lehmden zum kommenden 90. Geburtstag am 2. Jänner 2018 werden.  Seit Jahrzehnten hat uns mit ihm eine herzliche Freundschaft verbunden. Nun wird es ein Werk In memoriam und wir danken hier vor allem seiner Tochter Barbara Lehmden für die umfangreiche Unterstützung.

Wichtig war uns aber auch, dass in diesem Werk, das viel von Geschichte und Kunst spricht, die Leitfigur für unser Wirken, der heilige Vinzenz von Paul, nicht verlorengeht. Wir haben dabei mit dem gegenwärtigen Superior von St. Georg, Alexander Jernej CM, einen herausragenden deutschsprachigen Fachmann in unserer Mitte. Von ihm stammt der abschließende kurze Teil über die vinzentinischen Wurzeln dieses Werkes, die gleichzeitig den Ausblick in die Zukunft geben.

Dieses Buch wird nun am Freitag, 16. November 2018 um 19.00 Uhr  in der Buchhandlung Herder in 1010 Wien, Wollzeile 33, vorgestellt werden. Wir laden alle Freunde von St. Georg in Österreich herzlich ein. Eine Vorstellung in Istanbul wird im Dezember folgen.

Franz Kangler CM

Alexander Jernej – Werner Jobst – Franz Kangler, Anton Lehmden – Phantastischer Realismus am Bosporus.

Das vinzentinische St. Georgs-Werk in Istanbul. Mit Photographien von Markus Jobst. Verlag Christian Brandstätter Wien 2018, ISBN 978-3-7106-0303-7, ca. 200 Seiten

 

Bölümle ilgili diğer başlıklar

Copyright © 2018 Avusturya Liseliler Derneği
Designed by: OrBiT